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Deutsche Meisterschaften
Helge Meeuw und Meike Freitag qualifizieren sich für die Olympischen Spiele in Peking
Die Deutschen Meisterschaften im Europasportpark in Berlin standen im diesem Jahr besonders im Blickpunkt, da diese Meisterschaften gleichzeitig einzige Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Spiele in Peking waren. Dementsprechend hoch war der Druck auf die Sportler. Für ein Ticket für einen Einzelstart nach China muss Platz 1 oder 2 belegt und eine Normzeit (ca. 10. Platz der Weltbestenliste) unterboten werden. Für die beiden Freistilstaffeln, 4x100 und 4x200 m Freistil, werden die Schwimmer der Plätze 1 bis 4 zu Olympia mitgenommen. Das Team der SGF fuhr mit sechs Damen und sechs Herren nach Berlin. Von dem 12-köpfigen Frankfurter Aufgebot machten sich insgesamt vier Athleten berechtigte Hoffnungen auf einen der begehrten Plätze im Olympiateam des Deutschen Schwimm Verbandes (DSV). Bei den Damen Meike Freitag und Vipa Bernhardt sowie bei den Herren Helge Meeuw und Marco di Carli.
Helge Meeuw meldete sich bei den Deutschen Meisterschaften in die Weltspitze zurück. Über 100 m Rücken schwamm Helge in 0:53,10 Minuten einen neuen Europarekord und wurde mit großem Vorsprung vor Thomas Rupprath Deutscher Meister. In der ewigen Weltbestenliste belegt der Frankfurter mit dieser Zeit den 3. Rang. Auch auf der doppelten Distanz war Helge nicht zu schlagen und siegte über 200 m Rücken in 1:57,92 Minuten souverän und holte seinen 2. Titel. Über die 200 m Schmetterling verzichtete Helge als Vorlaufschnellster auf den Endlauf, um sich ganz auf den Einsatz der DSV Lagenstaffel zu konzentrieren.
Bei den Damen steuert Meike Freitag ihre 3. Olympischen Spiele an. Über 200 m Freistil gewann Meike in 1:59,40 Minuten die Bronzemedaille und qualifizierte sich damit für die 4x200 m Freistilstaffel des DSV in Peking. Auch über 100 m Freistil erreichte Meike das Finale und belegte in 0:55,31 Minuten einen ausgezeichneten 5. Platz. Die 50 m Freistil waren für Meike doch etwas zu kurz. Hier verpasste die Freistilspezialistin das Finale ganz knapp und belegte in 0:26,32 Minuten den 10. Rang.
Vipa Bernhardt, Olympiateilnehmerin 2004 in Athen, gewann auf allen drei Bruststrecken die Bronzemedaille. Auf der nichtolympischen Strecke über 50 m Brust in 0:32,06 Minuten, über die beiden olympischen Strecken, 100 m Brust in 1:08,34 Minuten und über 200 m Brust in 2:26,87 Minuten, schlug Vipa jeweils als Dritte im Finale an. Über 100 m und 200 m Brust unterbot Vipa die Olympianorm.
Marco di Carli, der im letzten Jahr Deutscher Meister über 100 m Freistil mit neuem Deutschen Rekord wurde, war in der laufenden Saison durch Verletzung und Krankheiten in seinem Training erheblich eingeschränkt. Ein regelmäßiges Training war kaum möglich, Trainingsphasen von mehr als 2 Wochen gab es nicht. Trotzdem wurde die „mission impossiple“ versucht. Nach dem Vorlauf schlug Marco in 0:50,40 Minuten als Dreizehnter an und verpasste das Finale um eine ½ Sekunde. Über 50 m Freistil erreichte der Frankfurter den Endlauf und belegte in 0:22,84 Minute den 5. Rang. Damit waren die Olympiaträume von Marco ausgeträumt.
Stefano Razeto, der in Bath (England) studiert und trainiert, steigerte seine Leistungen bei diesen Deutschen Meisterschaften erheblich. Über 200 m Schmetterling überraschte Ste alle und wurde in 2:01,86 Minuten Deutscher Vizemeister. Über 200 m Rücken überzeugte er in 2:07,18 Minuten (Rang 12) ebenso wie über 200 m Freistil in 1:51,67 Minuten (Rang 15). Über 200 m Freistil schlug Stefano sogar seinen alten Mannschaftskammeraden, Jan Wolfgarten, der seit letztem Jahr für den SV Würzburg startet und Olympiaambitionen auf dieser Strecke hatte. Manuel Stiem stelle einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis und erreichte über 200 m Lagen das Finale. Hier erreichte er in 2:05,26 Minuten den 6. Platz. Rang 15 über 50 m Brust (0:29,63 Minuten) und 100 m Schmetterling (0:56,03 Minuten) sowie Rang 21 über 100 m Brust (1:05,17 Minuten) waren seine weiteren Platzierungen. Michael Berger, Spezialist für die langen Freistilstrecken, belegte über 800 m Freistil in 8:19,28 Minuten den 8. und 1500 m Freistil in 16:01,12 Minuten den 9. Platz. Unser siebzehnjähriges Nachwuchstalent Kai Heftrich sollte bei diesen Meisterschaften Erfahrungen sammeln, um dann bei den im Juni stattfinden Deutschen Jahrgangsmeisterschaften zu überzeugen. Kai erreichte über 50 m Schmetterling (0:26,40 Minuten) mit dem 12. Rang seine beste Platzierung.
Bei den Damen erreichte Cecilia Razeto, die wie ihr Bruder Stefano in England trainiert und studiert, über 50 m Rücken den Endlauf. Sie belegte dort in neuer persönlicher Bestzeit von 0:30,50 Minuten den 7. Rang. Über 100 m Rücken in 1:06,04 Minuten (12. Patz) und 100 m Schmetterling in 1:04,32 Minuten (27. Rang) schwamm Ceci ebenfalls neue persönliche Bestzeiten. Tanja Heftrich startete über 100 m Rücken (1:06,57 Minuten) und 50 m Rücken (0:31,18 Minuten) und erreichte den 14. und 16. Platz. Bei Özlem Taskin, Olympiateilnehmerin für die Türkei 2004, lief es bei dieser Meisterschaft diesmal leider nicht so gut. Mit ihren Zeiten über 800 m Freistil (9:16,47 Minuten), 400 m Freistil (4:32,37 Minuten) und 400 m Lagen (5:11,60 Minuten) blieb Özlem hinter ihren eigenen Erwartungen zurück.
Wie stark die Frankfurter Schwimmer sind, zeigt die Tatsache, dass bei den sechs Staffelwettbewerben die Frankfurter viermal auf dem Siegerpodest standen. Die Damen, Sophia Auer, Özlem Taskin, Vipa Bernhardt und Meike Freitag über 4x200 m Freistil sowie Tanja Heftrich, Vipa Bernhardt, Cecilia Razeto und Meike Freitag über 4x100 m Lagen gewannen Silber. Über die 4x100 m Freistil gingen die Bronzemedaillen an Cecilia Razeto, Özlem Taskin, Tanja Heftrich und Meike Freitag.
Die Frankfurter Herren waren in den Staffelwettbewerben geschwächt, da Helge Meeuw keine Staffeln für die SGF schwimmen konnte. Bei den beiden Freistilstaffeln kollidierte der Staffeleinsatz mit seinen Rennen auf den Rückenstrecken und in der 4 x 100 m Lagenstaffel am Ende der Veranstaltung musste Helge in der Staffel des Deutschen Schwimm-Verbandes starten. Diese versuchte mit den Deutschen Meistern auf den 100 m Strecken die Olympianorm für die 4x100 m Lagen zu erreichen. Umso erfreulicher war die Vizemeisterschaft über 4x100 m Freistil mit den Frankfurtern Stefano Razeto, Kai Heftrich, Manuel Stiem und Marco di Carli.
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